Bezirkstag 2019

Kinder und Jugendliche leisten Überzeugungsarbeit beim Vorstand

Bezirkstag 2019

Kinder und Jugendliche leisten Überzeugungsarbeit beim Vorstand

Am 28. September 2019 trafen sich die Kinder und Jugendlichen aus 4 Stämmen auf dem Abenteuerspielplatz in Salach, um gemeinsam den diesjährigen Bezirkstag zu bestreiten. Schon die Einladung zum Bezirkstag ließ vermuten, dass etwas im Argen ist: “ Unser Bezirksvorstand hat die Schnauze voll. Er sagt: Es kommt eh niemand zu den Bezirksaktionen, also wofür machen wir das alles eigentlich?“.

Vor Ort wurde dann auch der letzten Pfadfinderin und dem letzten Pfadfinder klar: Unser Bezirksvorstand Armin scheint wohl keine Lust mehr zu haben und findet, Pfadfinder zu sein ist wohl doch nicht so cool wie er immer dachte. Keine Kluft und Wanderstiefel, sondern Sonnenbrille und weiße Sneaker. Dazu den Energy-Drink, dessen leere Dose er Kaugummi-kauend arglos in die Umwelt wirft, als sie leer ist und eine Ansprache, die noch unmotivierter klingt als ein Wecker am Montagmorgen. Doch die Arbeitsgruppe, die den Bezirkstag geplant hat, wollte sich damit nicht zufrieden geben und überlegte sich ein paar Aufgaben für den ganzen Bezirk, um Armin doch noch davon zu überzeugen, dass Pfadfinder eben wohl super sind und Armin weiterhin Bezirksvorstand bleiben soll.

Die Aufgaben waren dabei alle so gestrickt, dass der gesamte Bezirk etwas für seinen Vorstand tut: Die zahlenmäßig größte Stufe – die 7-9 - jährigen Wölflinge – hatten dabei direkt 2 Aufgaben zu bewältigen: Sie mussten zum einen eine Trage bauen, mit der sie Armin dann nachher zur Kontrolle tragen mussten: Denn was ist, wenn sich Armin einmal verletzt? Dann möchte er sich ja auch versorgt wissen! Die zweite Aufgabe für die Wölflinge bestand darin, eine Warmwasserdusche mit Sichtschutz zu bauen. Für die Jungpfadfinder galt es, einen Pool für Armin zu bauen, damit er auch ausgiebig baden kann, wenn er möchte. Kriterium war lediglich, dass der Pool wenigstens einen Meter tief mit Wasser gefüllt sein musste. Die Pfadfinder und Rover mussten gemeinsam zwei Aufgaben meistern: Eine komplette Jurte (das ist ein modulares Schwarzzelt, in dem man sogar ein Feuer machen kann) in unter 12 Minuten aufbauen, damit der Armin auch jederzeit ein Dach über dem Kopf hat und außerdem ein leckeres Essen für alle zu kochen, denn Armin und seine Gäste wollen ja auch kulinarisch gut versorgt sein! Für all die Aufgaben waren nur knapp drei Stunden Zeit.

Top-motiviert machten sich die Stufen an die Erfüllung ihrer Aufgaben. Die Jungpfadfinder (10-12 Jahre) überlegten, wie sie mit dem wenigen Wasser, das im Bärenbach stand, einen Pool bauen könnten, während die Wölflinge sich aufteilten: Feuerholz sammeln, um Wasser über dem Feuer zu erwärmen, die Dusche planen und aufbauen wurde gleichzeitig angegangen – bei so vielen Wölflingen war das gar kein Problem! Die Pfadfinder (13-15 Jahre) und die Rover (16-21 Jahre) übten gemeinsam den Aufbau der Jurte, damit es nachher bei der Präsentation der Ergebnisse nicht peinlich wird. Armin schlenderte derweil über den Platz und überprüfte kritisch die Entwicklungen – er war sich ja eh sicher, dass die Kinder und Jugendlichen das alles nicht schaffen. So siegessicher stolzierte er von einer Baustelle zur nächsten und verteilte frische Gurken und Äpfel vom Wochenmarkt zur Stärkung.

Nachdem die Zeit vorüber war, tauchte Armin dann bei 12°C in Badehose auf: Offensichtlich waren die Aufgaben zumindest soweit erfüllt, dass die Stufen etwas zu präsentieren hatten. Den Anfang machten die Rover und die Pfadfinder: Armin stoppte die Zeit und hielt den Timer dann bereits nach sechseinhalb Minuten an. Doch nach genauer Inspektion stellte Armin fest: “Pfusch am Bau! Sauerei!“, denn viele Verbindungsösen zwischen den einzelnen Planen waren nicht zusammengeknüpft. Also lief die Zeit weiter und stoppte dann erneut bei neuneinhalb Minuten. Diesmal hielt die Jurte der Prüfung stand und es ging für Armin auf der Trage weiter zum Pool, was ebenfalls die Wölflinge problemlos hinbekommen hatten. Bewaffnet mit einem Meterstab stieg Armin in die eiskalte braune Brühe. Ein Filtersystem und eine Warmwasserzufuhr waren leider nicht im Aufgabentext enthalten. Nach einer Messung mit dem Meterstab stand dann fest: Die Jungpfadfinder hatten ihr Soll ebenfalls erfüllt, denn der Pool war genau einen Meter und einen Zentimeter tief. Was für eine Gaudi! Frierend ging es für Armin dann im Bademantel weiter zur Warmwasserdusche. Glücklicherweise stand hier im Aufgabentext, dass das Wasser auch sauber sein musste! Nach dem eiskalten Pool tat die Dusche mit warmem Wasser richtig gut und Armin duschte das gesamte Warmwasser leer – kennt mancher vielleicht von daheim? Danach ging Armin sich in seiner Jurte wieder etwas anziehen. Er brauchte etwas Zeit, um sich das alles nochmal durch den Kopf gehen zu lassen. Als er herauskam, war schon zu vermuten: Die Überzeugungsarbeit könnte funktioniert haben, denn er trug zum Glück wieder die Wanderstiefel, die Kluft und sein Halstuch. Mit dem großen Filzstift kreuzte er Plakat für Plakat die Aufgaben ab, die erfolgreich erledigt wurden und übrig blieb nur noch das Essen für alle. Direkt machten sich die Pfadfinder- und Roverstufe gemeinsam an die Erfüllung dieser letzten Aufgabe und grillten mal eben für 70 Personen rote Würstchen und Grillkäse und schnitten die Wecken auf.

Am Ende war dann klar: Die Aufgaben wurden alle erfolgreich gemeistert und Armin hatte keine andere Wahl als zu akzeptieren: Die Pfadis rocken alles, wenn sie das wollen! Er bleibt also weiterhin Vorstand im wunderbaren Bezirk Hohenstaufen der DPSG – Mission aus Sicht der Arbeitsgruppe Bezirkstag erfolgreich abgeschlossen! Nach den Danksagungen an alle Helferinnen und Helfer und an alle Leiterinnen und Leiter aus den Stämmen ging es abends nach all den Anstrengungen und dem abschließenden Gut-Pfad-Gruß erschöpft, aber happy wieder nach Hause – bis zum Bezirkstag 2020!

 

Armin Wiesmüller