Bericht vom DPSG Bezirkstag am 23.10.2021

Unser Bezirkstag am 23.10.2021 auf der Hiltenburg bei Bad Ditzenbach fand unter dem Thema “Mittelalter“ statt. Teilnehmer:innen von jung bis alt, von Knapp:innen bis zu Ritter:innen und von edlen Herren und Herrinnen, wurden vom Grafen zu Hiltenburg eingeladen, um an seinem Fest teilzunehmen und seine Macht zu unterstützen. Doch Familienstreitigkeiten trüben das schöne Bild auf der Hiltenburg. Denn der Graf hat sich mit der schwarzen Pest infiziert und schwächelt, sein Bruder wurde umgebracht und dies aus böswilliger Absicht, Geld der Bevölkerung wurde verschwendet. Seine Schwester, die Gräfin zu Hiltenburg, versucht, das Land aus den Fängen des Grafen zu befreien, doch für dieses Unterfangen benötigt sie die Unterstützung des Volkes. Zu alldem kommt noch, das ein gewitzter Dieb die Runde macht und eine skrupellose Bank das Geld des Adels unter Wert verschenkt. Kann die Kirche das Machtspiel ausgleichen oder auf welcher Seite steht sie und braucht es zum Schluss etwa noch den hauseigenen Henker, um ein Urteil zu vollstrecken? Dies alles und noch viel mehr konnten die Teilnehmer des Bezirkstages auf der Hiltenburg erleben.

Begonnen hat der Tag mit der Erklimmung der Burg über den Wanderweg und der Erkundung des Geländes. An der Burg angekommen wurden alle vom Grafen höchstpersönlich in Empfang genommen und von der Gräfin und dem Gefolge in die Sicherheitsunterweisung der Burganlage eingeführt. Dann konnte der Tag aber auch schon starten und mehrere Workshops wurden in Kleingruppen bewältigt. Dabei hatten wir tatkräftige und mannshohe Verstärkung durch die Ritterschaft zu Gmünd, die zum einen die Teilnehmer in das Handwerk des Schmiedens eingeführt haben. So hatte jedes Kind die Möglichkeit, einen eigenen Hering herzustellen und einzelne selbstgemachte Schmuckstücke sowie Alltagsgegenstände zu bestaunen. Zum anderen bildeten sie die Teilnehmer zu kleinen Rittern aus, führten sie in die Ess-Gewohnheiten der Leute aus dem Mittelalter ein, stellen Schleudern her und zeigten ihr Können in kleinen Schaukämpfen.  Die Teilnehmer konnten echte Schwerter, nachgestellte Rüstungen, sowie Kleidungsstücke und anderweitige Sachen anfassen, sich erklären lassen, selbst anziehen und verwenden. Aber auch die ECW Jugendbildung e.V. unterstütze diesen Bezirkstag mit Ausrüstungen, Kostümen und Makeup. Durch sie war Bogenschießen, Schwertkampftraining, Axtwerfen und vieles mehr überhaupt möglich. Für diese große Hilfe und nicht selbstverständliches Engagement danken wir an dieser Stelle nochmals herzlich!

Natürlich durfte aber auch das Leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Dafür sorgte unser ehemaliger Bezirksvorstand mit selbstgekochtem, authentischem Gulasch vom Rind und einer veganen Variante. Dazu gab es regionales Brot und leckeren Beerensaft.

Frisch gestärkt ging es weiter durch den Tag und die Teilnehmer erlebten hautnah, was es heißt, im Mittelalter zu leben, wie schnell man von hinterlistigen Adligen bestochen werden kann und wie andere Adlige dasselbe tun aber aus guten Absichten. Sie erlebten wie ein Dieb die Runde machte und eine Bank ihnen das Geld aus der Tasche zieht. Doch Graf und Gräfin gaben nicht auf, der Kampf um die Macht war noch nicht vorbei.

Der Tag neigte sich dem Ende zu und die Zwietracht zwischen den beiden war auf ihrem Zenit. Doch wer von beiden hatte die Bevölkerung für sich gewinnen können und wer würde die Macht auf der Hiltenburg übernehmen? Ein Volksentscheid, der in großer Runde ausgerufen wurde, entschied, dass die Mehrheit der Sympathie bei der Gräfin zu Hiltenburg liegt. Doch der Graf gab nicht auf und es kam zum letzten erbitterten Kampf um den Handschuh der Macht (wer beide Handschuhe der Macht besitzt, besitzt die Macht), es war eine Schlacht von geschichtlichem Ausmaß.

Doch zum Schluss gewann die Gräfin zu Hiltenburg und ihre Unterstützer und sie klagten den Grafen des Verrates an der Bevölkerung und des Mordes am eigenen Bruder an. Gemeinsam führten sie ihn vor den Henker. Dabei wurde auch der Dieb entdeckt, doch als dieser seine gerechte Strafe empfangen sollte, erkaufte er sich seine Freiheit beim Henker, natürlich mit dem gestohlenen Geld und ward nie mehr gesehen. Der Graf hingegen kniete nun vor seinem Richter, der Henker setzte an und die Zeit bleib urplötzlich stehen. Wir springen in die Wirklichkeit, raus aus dem Mittelalter und rein in die Realität. Was sollte das nun bedeuten? Vielleicht, dass der Schein trügen kann? Vielleicht, dass es gute und schlechte Menschen geben kann? Die Teilnehmer des Tages wissen es ganz bestimmt. Und Schwups wird zurückgesprungen ins Mittelalter. Dort bettelt der Graf um sein Leben und die Gräfin gewährt ihm diese Gnade. Er wird von der Kirche mit ins Kloster genommen, wo er bis zum Ende seiner Tage, unter der Reue seiner Taten gelebt hat.

So endete ein Tag im Mittelalter und die Teilnehmer verließen diesen Ort Hiltenburg mit dem Abstieg vom Berg und waren fortan ein bisschen mehr Ritter:in und Menschen, die das Mittalter erlebt haben.

Hier gilt es nochmals Dank auszusprechen an alle die Mitgewirkt haben, sei es beim Aufbau, der Materialanschaffung, der Verköstigung, dem Planen und Genehmigen des Tages aber natürlich auch der gesamten Bezirksleitung und den engagierten Leiter:innen der einzelnen Stämme aus dem Bezirk Hohenstaufen.

(Bericht: Janina Huber)